Eis und Sonne

Es ist frostig, sie joggt einen Feldweg entlang. Die Pflanzen auf den Feldern sind mit eiskristallen bedeckt, die im Licht glitzern. Sie hat die Sonne im Gesicht und schließt für einen Moment die Augen, sie fühlt sich frei. Ihr Gesicht und ihre Hände sind eiskalt, doch das ist ihr egal. Sie läuft schneller immer schneller. Breitet die Arme aus, fühlt sich als würde sie fliegen. Sie strahlt. Auf den Feldern und am Rand des Weges glitzert und funkelt es, die Sonne scheint auf sie herab, die Luft ist klar. Dieser Moment, gehört nur ihr und sie genießt ihn.

Ich.

Es war ein sonniger Herbsttag und sie spazierte wie so oft über die Felder. An ihrem Lieblingspunkt mit der wunderschönen Aussicht blieb sie stehen und schaute auf die Landschaft. In ihrem inneren fühlte sie sich merkwürdig leer und kalt. Also wandte sie das Gesicht direkt Sonne und schloss die Augen. Fühlte wie ihr die Sonne das Gesicht wärmte. Sie meinte sogar zu spüren wie sich die wärme in ihrem Gesicht ausbreitete, in ihren Körper kroch und ihr inneres wärmte. Der Wind amtete leicht auf, schlängelte sich um ihre Beine und Arme, spielte mit ihren Haaren bevor er wieder nachließ. Sie wünschte sich das sie für immer hier stehen und den Moment genießen, wünschte das all ihre Probleme, Sorgen und Hindernisse nicht existieren. Doch sie wusste das es nicht geht. Den Blick wieder nach vorne gerichtet öffnete sie ihre Augen. Begann die Bäume in der Ferne zu betrachten die in rot, orange und gelb in der Sonne strahlten. Sie atmete noch ein tief ein und aus bevor sie ihren Mund öffnete um anzufangen zu sprechen.

>Okay.< sagte sie mit Blick auf den Boden, auf ihre Schuhspitzen. >Ich weiß das es mir nichts bringt mich nur zu beklagen. Oder einfach nicht weiter zu machen. Also was kann ich machen um meine Probleme, Sorgen und all die anderen Kollegen der beiden wieder in die Kiste zu stecken aus der sie gekrochen sind?< Mit einen nachdenklichen Blick in die Ferne zählte sie all die Dinge auf die sie tun konnte um ihrem Ziel nähe zu kommen. Als sie alles aufgezählt hat was sie alles tun konnte, hatte sie das Gefühl das etwas fehlte, das sie etwas vergessen hatte um sich zu motivieren all das auch zu tun. Und dann fiel es ihr ein. >Ich glaube nicht richtig an mich.< sagte sie. >Das passiert mir leider noch viel zu oft. Aber eigentlich kann ich doch gar nicht so schlimm sein. Ich kann auch anders als faul, unmotiviert und negativ denkend.< Sie begann weiter zu spazieren. >Ich bin zum Beispiel….< Sie schüttelte den Kopf um jetzt nicht albern zu sein. >Ich bin nicht so schlecht wie ich ständig denke. Ich habe schon einiges geschafft. Klar, ich bin nicht so weit wie andere in meinem Alter, ja ich habe einige Hindernisse noch zu überwältigen, aber deswegen jetzt aufgeben…. das ist es nicht wert. Und wenn ich jetzt mal ganz ehrlich bin lohnt es sich nicht jetzt aufzugeben. Jetzt habe ich schon so viel Lebenszeit darin investiert, da kann ich es genauso gut einfach weiter machen. Okay, wenn ich weiter mache kann sich auch am Ende herausstellen das es nichts gebracht hat und das ist dann doof, aber kämpfen zahlt sich doch immer irgendwie heraus, auch wenn es einfach nur das wissen ist das man es wenigstens versucht hat statt aufzugeben. Aber keiner kann in die Zukunft sehen deswegen: Ich schaff das. Ich bekomme das hin. Ich muss nur endlich alles selbst in die Hand nehmen. Und wenn ich stolpere und zweifle ist das okay, aber ich muss dann wieder aufstehen, alles einsammeln was mir aus der Hand gefallen ist und weiter machen. Ich schaff das!< Ihre Haltung wurde aufrechter und ihre Stimme überzeugter. >Ich werde weiter machen. Und wenn ich jeden zweiten Tag hier her kommen muss um mir Mut zu machen: Ich werde meinen Traum erfüllen. Ich werde alles was vor mir liegt meistern. Ich werde alle hinter mir lassen, an ihnen vorbei Sprinten bis ins Ziel und dann noch weiter zum nächstem. Komm schon du schaffst. Wozu hast du denn all das getan? Um im Bett zu liegen und zu sagen das du nicht mehr kannst, das du aufgibst obwohl du einen Erfolg hättest feiern können wenn du nur weiter gemacht hättest? Nein, dafür hast du nicht gekämpft. Dafür habe ich nicht gekämpft!< So gestärkt und voller Entschlossenheit ging sie nach hause um sich um ihren Traum zu kümmern.

Dieser Text ist meiner besten Freundin gewidmet die gerade eine schwere Zeit durchmacht. Ich hoffe das ich dir damit etwas Kraft und Mut schenken konnte! Überraschung!!! Für dich meine freshe Limo! 😉

Warum?

Da stand sie. Im Regen, auf einem Feld. Die Kapuze über Kopf und Kopfhörer gezogen. Sie begann zu sprechen. Erst nur im Kopf. Stellte sich vor sie würde jemanden erzählen was sie beschäftigte, was sie sich erträumte. All das was ihr schwer auf den Schultern lastete. Als sie begann laut zu reden, als die Worte aus ihrem Mund kamen, fing sie an zu schluchzen. Tränen liefen über ihre Wangen. Alles in ihr brach zusammen. Es war so viel. So viel was sie aufhielt. Und kaum jemand verstand sie richtig. Sie wusste nicht ob sie je ihr Ziel erreichen wird.

Der Wind war stark, sie war durchnässt und zitterte vor kälte. >Warum!?< rief sie. >Warum ist genau jetzt alles so schwer?< Da musste sie an einen Spruch denken: “ Das Leben macht es dir nur schwer weil es weiß das du stark bist.“ >Drauf geschi**en< sagte sie. >Ich habe keine Lust mehr zu kämpfen ohne das sich Ergebnisse zeigen. Ich habe keine Lust mehr, das alle glauben es sei ja gar nicht so schwer obwohl es das ist. Ich habe auch keine Lust mehr, mir immer wenn ich jemanden meine Gefühle und Gedanken erzähle, von meinen zweifeln rede, mir anhören zu müssen „All die erfolgreichen Leute sind nur so erfolgreich geworden weil sie nie aufgegeben haben.“ oder „Du bist stark, du darfst jetzt nicht aufgeben du bist jetzt schon so weit gekommen.“ Das weiß ich doch! Das muss mir keiner sagen! Ich will wissen wie ich diesen Zweifel loswerde und wie ich ihn nie wieder bekomme! Ich will wissen was ich tun muss damit ich wieder einen kleinen Erfolg sehe! Nur das sagt mir keiner! Ich trainiere, ich arbeite an mir, aber das scheint ja nicht zu reichen! Was muss ich noch tun!?< Ihre Stimme brach, sie fing an zu schluchzen. Ihre Tränen mischten sich mit Regentropfen. Doch in ihrem Innern, raffte sich ihr Kampfgeist wieder auf, bereit, weiter zu kämpfen, bis sie an ihrem Ziel angekommen ist.

Ich tanze, also bin ich.

Cou de Pied

Tanzen, auf der Bühne stehen. Du drehst Dich einmal, noch einmal und wieder. Alles ist fern. Da ist nur dieses Gefühl von Freiheit. In diesem Augenblick weißt Du wer Du bist. Du spürst es in Dir und Du weißt genau, was der nächste Schritt ist. Du genießt es. Du wünschst Dir immer so frei zu sein. Du willst nicht aufhören und immer weiter tanzen. Die Musik endet. Das Publikum spendet lauten Applaus. Du verbeugst Dich und verlässt die Bühne. Du schlüpfst in deine Alltagskleidung, kehrst in dein Leben zurück, aber bewahrst noch ein Stück von diesem Gefühl in Dir: Das Gefühl vom Tanzen.

Die Tage vergehen und Du hast Sorge das Gefühl zu verlieren. Mit der Zeit jedoch merkst Du, dass Du es, dass Du Dich überall finden kannst: Bei einem Spaziergang durch den Wald und beim Fahrrad fahren, wenn der Wind Dir die Haare aus dem Gesicht bläst, wenn Du mit deinen Freunden Spaß hast oder Musik hörst. Hast Du es einmal gespürt, kann es nicht verloren gehen. Du weißt, wo es auf Dich wartet.